Hubert Kesternich: Die Bergwerkskatastrophe von Luisenthal

Wann:
24. September 2019 um 17:30
2019-09-24T17:30:00+02:00
2019-09-24T17:45:00+02:00
Wo:
Lesesaal des Landesarchivs des Saarlandes
Dudweilerstraße 1
66133 Saarbrücken
Deutschland
Preis:
Kostenlos

Nahezu 60 Jahre nach der Kohlenstaub- und Schlagwetterexplosion vom 7. Februar 1962, mit 299 Toten und zahlreichen zum Teil Schwerverletzten, der Stilllegung der Saargruben und des Steinkohlenbergbaues in Deutschland, ist der Vortrag über die Explosion ein Beitrag zur Erinnerungskultur.

Die Beiträge über die Explosion, die Ursachenforschung und die Berichte über den 30-tägigen Gerichtsprozess vor dem Landgericht Saarbrücken vom 21. Mai bis 14. Juli 1964 in den Medien waren sehr unterschiedlich.

Von den bundesweiten Medien hatte allein das Zentralorgan der IGBE, „EINHEIT“, eine kritische Bewertung der Explosion und des Prozesses vorgenommen. Die „Saarbrücker Zeitung“ informierte ihre Leser zwar informativ über Explosion und Prozess, gleichwohl fehlte eine kritische Kommentierung mangels bergmännischer Sachkenntnis.

Die 13 Angeklagten  – vom Fahrhauer bis zum Betriebsführer (Obersteiger), die Werksdirektion samt Ingenieuren waren nach der der damaligen Gesetzgebung nicht angeklagt – wurden freigesprochen. Zum Teil wegen erwiesener Unschuld, zum Teil mangels Beweises.

Dass vor und während der Explosion etliches im Argen lag, zeigt der Umstand, dass nach dem Prozess und dessen Verlauf gewonnenen Erkenntnissen zu Unzulänglichkeiten, einige wesentliche Veränderungen im Abbaubetrieb, insbesondere im Sicherheitsbereich der bundesdeutschen Steinkohlengruben eingeführt wurden.

Im Vortrag werden jene Punkte hervorgehoben, die im Prozess vernachlässigt wurden, jedoch nach dem Urteil von Sachverständigen im Vorfeld und beim Ablauf der Explosion relevant waren.

Interessant ist sicher auch der Umstand, dass sich von den Angehörigen der 299 Toten und von den zahlreichen Verletzten selbst, nur ein einziger wagte, als Nebenkläger aufzutreten.


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